Informationsveranstaltung über die Jagd vom 1. September 2005

 

Unter der kompetenten Leitung von Maria von Ballmoos trafen sich gut 3 Duzend Circolo-Mitglieder zu einer interessanten und informativen Tagung über die Jagd im Nuovo Secolo in Torre Bormida. Als Referenten gelang es Maria die verantwortlichen Jagdaufseher der Provinzen Cuneo (2 Herren und eine Dame, alle in Uniform) und Asti (Bild unten rechts) zu mobilisieren! Es wurde angeregt und eifrig diskutiert, die Beamten gingen detailliert auf alle Fragen ein und Maria übersetzte das Wesentliche auf Deutsch.

Danach war wohl allen klar, dass die Jagd sein muss - auch wenn sich einige sehr darüber ärgern. Bei einem Glas Wein und einer feiner Pizza gingen dann die Gespräche bis in die Nacht weiter - man munkelt sie wollten in der Nacht noch Wildschweine suchen ...

 

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen:

Die Jagd beginnt am 3. Sonntag im September und wird  Ende Januar eingestellt. Die Jagdtage sind Mittwoch, Samstag und Sonntag von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Hier wurde allerdings die unterschiedliche Bejagung von Wildschwein und z.B. Fuchs nicht dargestellt. So endet die Wildschweinjagd vor Weihnachten und die Fuchsjagd beginnt anschliessend bis Ende Januar. Von dieser Regelung gänzlich ausgenommen sind Sonderbejagungen unter Aufsicht des Jagdinspektors bzw. Sanktionsjagden nach Unfällen.

Das sogenannte Allenamento (Training für die Hunde) ist ab 15. August bis 4 Tage vor Jagdbeginn täglich ausser Dienstag und Freitag erlaubt.

Jeder Jäger muss für das Jagdpatent ein Examen absolvieren und haftpflichtversichert sein.

Distanzen, die  beim Schuss eingehalten werden müssen:

- 50 m von der Strasse, auch von gutsinternen Strassen und Wegen, mit dem Rücken zur 

  Strasse

 
-100 m von jeglichen Gebäuden sowie Einzäunungen von Tieren, auch hier mit dem 
  Rücken dazu. Näher als 100 m darf sich der Jäger nur mit gesicherter Waffe bewegen.
 
-150 m von Gebäuden, es darf auch in Richtung Haus geschossen werden, jedoch  nur
  mit Waffen für Kleintiere.

Das komplette Einzäunen (Höhe 150 cm) eines Territoriums bedarf der Bewilligung von Comune und/oder Provinz.  Es darf aber keine Lücke in diesem Zaun sein, sonst haben die Jäger das Recht einzudringen. Eine Tafel „Proprietà privata“ nützt nichts. Die eingezäunten Grundstücke dürfen auch nicht zu privaten Jagdzwecken gebraucht werden.

Wo Trauben, Mais, Obst etc. noch nicht geerntet sind, dürfen sich die Jäger nicht aufhalten. Dasselbe gilt bei jegliche Erntearbeiten.

Das Jagdverbot „divieto di caccia“ wird ausgeschildert und dauert im Normalfall 5 Jahre.

Es wird empfohlen, sich nicht auf Diskussionen mit unkorrekten Jägern einzulassen, sondern die Autonummer zu notieren und umgehend die Guardia di caccia oder die Carabinieri zu informieren. Als weitere Behörde kann auch der Forestale Meldung erstattet werden. Die Jäger sind nicht verpflichtet sich auszuweisen.

Die Cartouchen sollten eingesammelt werden.

 Bei Wildschaden am Auto von grösseren Tieren wie Wilschwein, Reh etc. bezahlt die Provinz max.50% des Schadens an Eigentümer, welche residenti in Piemonte sind. Nicht bezahlt werden Schäden von kleineren Tieren wie Dachs, Hase, Fasan etc. 

 

Das Jagdgesetz auf Italienisch findet man unter folgender Adresse:

http://arianna.consiglioregionale.piemonte.it/base/leggi/l1996070.html