Frauentag  vom 8. März 2008

Der heutige Tag der Frau 2008 hat schon relativ früh bei uns im Vorstand die Idee ausgelöst, dass quasi ein Jubiläum her muss, damit unsere Männer am heutigen Tag etwas für uns tun. Der Anlass wurde geschwind gefunden: Dieses Jahr wird die 68-er-Bewegung 40. Grund genug für eine Ueberraschung!

Die Ueberraschung ist gelungen, aber der Reihe nach. Allen voran hat unser Präsident Kurt den heutigen Tag organisiert und uns Damen die Eckdaten durchgegeben, selbstverständlich nur die notwendigsten. Auch für uns vom Vorstand soll schliesslich nicht alles aufgedeckt werden und ein Geheimnis möglichst lange ein solches bleiben.

Wir Frauen treffen um 10.00 in Alba ein, mehrheitlich jene aus der Gegend um Cortemilia mit dem Bus, wir restlichen mit Privatfahrzeugen. Die erste Schwierigkeit scheint die Unübersichtlichkeit der Piazza Christo Re zu sein, in irgendwelchen Hauseingängen warten zwei Grüppchen Damen aufeinander. Wir anderen warten geduldig unter der Uhr bei Eingang in die Altstadt, Via Vittorio Emanuele. Auch unsere sehr charmant deutschsprechende 'Reiseleiterin' Serena wartet mit uns.

Endlich sind wir 33 Damen vereint und quetschen uns zwischen Marktständen und Kauflustigen durch und dabei tropfen uns die Regenschirme der vor uns gehenden auf die Köpfe und gelegentlich entleert sich ein Marktstanddach. Ja das Wetter ist nicht optimal, aber es könnte garstiger sein und mehr regnen oder gar schneien. Wir betreten als erstes die Chiesa barocca Santa Maria Maddalena und lernen viel über die Kunst der Trompe-d'oeil-Technik und wahrlich, Säulen und Mauervorsprünge entpuppen sich beim genaueren Hinsehen als Malerei. Ich hüpfe in meinem Text und beschreibe die einzelnen Sehenswürdigkeiten nicht näher. Wir gehen zur ehemaligen Kirche San Domenico weiter und hier drin ist so schön geheizt. Eigentlich unglaublich, hier soll einst Napoleon seine Pferde gestallt haben. Zwischenzeitlich ist die Kirche entweiht und ein Kulturzentrum entstanden, nur Rockkonzerte sollen verboten sein. Wir sind zeitlich in Verzug, aber dennoch nehmen einige Damen die Gelegenheit der guten Akustik wahr und singen ein Lied. Der Dom ist für uns geschlossen, bei den Restaurierungsarbeiten wurde ein Taufstein aus dem 5. Jh. n. Chr. gefunden und die archäologischen Arbeiten nehmen mehr Zeit in Anspruch als geplant. Ab Mai soll das Gotteshaus für die Besucher wieder offen stehen. Wir gehen zum Rathaus, können aber den Prunksaal nicht besichtigen, wir würden eine zivile Trauung stören. Stattdessen werfen wir einen Blick in das Kabinett des Widerstandes und erfahren etwas über Beppe Fenoglio und ein wenig über die Tätigkeiten der Widerstandsbewegung während des zweiten Weltkrieges. Wir gehen weiter zur Chiesa Parrochiale San Giovanni, in welcher wir Teile einer Ausgrabung aus der Römerzeit besichtigen können. Ich glaube ich habe eine Kirche vergessen, oder? Uebrigens spendiert uns ein unbekannt bleibender Spender die soeben beendete Führung.

Auf jeden Fall ist irgendwie klar, dass wir nicht mehr alle Damen beisammen haben, da aber jede für sich selber verantwortlich ist und alle wissen, dass ein chinesisches Mittagessen auf uns wartet, gehen wir davon aus, die Verlorenen bei Tisch wiederzufinden. Und tatsächlich, wir sind jetzt 34 Damen im Ristorante Oriente und welche Ueberraschung, wir werden von vier charmanten durchaus westlich aussehenden Kellnern bedient, von denen einer noch wunderschöne italienische Lieder in einer wohlklingenden Tenorstimme vorsingt. Ich glaube, Peter, Giovanni, Max und Fredi haben den ganzen Morgen geübt, uns uns so perfekt zu bedienen. Und das Essen stimmt genau, mundender Aperitiv, Frühlingsrollen, kantonesischer Reis mit Huhn und Rind und als Dessert flambierte Glacé im Teigmantel. Ungefähr so würde ich diese Nachspeise benennen. Frauen, habt ihr gesehen, was unser Bedienungspersonal gegessen hat? Die hatten einige Gänge mehr, da wurden noch Glasnudeln und Ravioli serviert, lecker, vermutlich der Servierbonus. Ich glaube, das Essen hat allen gut geschmeckt und man bedenke den Preis, € 14.00 pro Person. 

Ich hoffe, dass der diesjährige Tag der Frau in guter Erinnerung bleibt und sich die eine oder andere neue Frauenfreundschaft anbahnen wird. 

Maria von Ballmoos