Wanderung entlang der Berria mit Terre Alte vom 30. August 2009

 

 

 

     

Wanderung entlang der Berria mit herrlichen Aussichtspunkten und geologischen Besonderheiten ab Manera di Benevello

 
Bereits anfangs Woche schaute ich aus reiner Neugier ins Internet-Wetter und auf die Prognosen fürs Wochenende. Die schlechten Voraussagen wurden nicht besser, obwohl ich das bis gestern abend noch gehofft hatte. Die heute vorherrschende Farbe war weissgrau, die Befindlichkeit feucht. Es bekam auf jeden Fall niemand einen Sonnenbrand!
 
Wir waren genau 20 angemeldete Mitglieder des Circolo, auf der Wanderung selbst aber zahlenmässig leicht geschrumpft. Auch Italiener waren nur eine Handvoll anwesend, dafür Roberta und Gianfranco voller Enthusiasmus und positiv wie immer. Wir beschlossen gemeinsam, die Route leicht abzuändern, es hätte im steileren Wegstück der Originalstrecke schlüpfrig und für weniger geübte Wanderer etwas gefährlich werden können. Der Aussichtspunkt, welchen wir bei der letztjährigen Herbstwanderung geniessen konnten, präsentierte sich grau in grau und wir mussten uns die Alpenkette theoretisch vorstellen. Wir wanderten durch Wälder, entlang von Weiden bis zur Cascina del Pavaglione. Hier liessen wir die Rucksäcke zurück und setzten unseren Rundgang um einige weitere Kilometer fort. Es war schwierig, sich ohne Fernsicht zu orientieren, aber im Wesentlichen folgten wir einem Grat und Waldweg Richtung Valle Belbo. Ein Pfad hiess 'sentiero dei partigiani' und wir fühlten uns unwillkürlich um Jahre zurückversetzt und der Welt entrückt, kamen wir doch an gespenstisch anmutenden halbzerfallenen Weilern inmitten von üppig wachsendem Gestrüpp und Wald vorbei, weitab jeder fahrbaren Strasse, nicht einmal durch einen Forstweg erschlossen. Es geht gar nicht anders, hier musste einmal Partisanengebiet gewesen sein.
 
Unsere leicht feuchte Tour führte uns zur Cascina del Pavaglione zurück. Die einen machten es sich zum Essen am Tisch im Innern des wunderschön restaurierten Gebäudes gemütlich, andere setzten sich draussen unterm Regendach an den Familientisch. Uns wurde Wein und später Tee offeriert und wir leerten unsere Rucksäcke. Nach dem Mittagessen bekamen wir eine kurze Führung durch die Fotogalerie im Obergeschoss und literarisch Interessierte erhielten einige Informationen über Beppe Fenoglio. In der Cascina ist eine kleine Bibliothek und eine Büchertauschecke, ja in italienisch. Man darf ein Buch mitnehmen, schön wäre es, wenn man ein interessantes als Gegenleistung da lassen würde.
 
Aufmerksame Leser merken, dass ich nichts von der Geologie entlang der Berria berichtet habe. Dieser Teil wurde im heutigen Anlass gestrichen, die Associazione Culturale Terre Alte denkt aber, diese Exkursion ins Oktoberprogramm aufzunehmen. Wäre schön, wenn wir zahlreich daran teilnehmen könnten. Ihr erhält die Informationen, sobald ich Näheres weiss.
 
Der heutige Tag hat gefallen, wieder einmal konnten Gespräche zu zweit oder mehr geführt werden und der von vielen so lange erwartete Regen war kein Stimmungskiller. Nur die Aeste, die dem Regenschirm in die Quere kamen oder die Riesentropfen von den Bäumen, wenn der Schirm 'mal geschlossen war, störten etwas.
 
Im Namen des Circolo danke ich an dieser Stelle nochmals den beiden Organisatoren Roberta und Gianfranco für den schönen und gelungenen Sonntag.
 
Maria von Ballmoos