Jahresausflug nach Gavi vom 17. Juni 2011

 

 

 

Ein kurzer Gang durchs Städtchen Gavi um die Mittagszeit machte gluschtig auf weitere Besuche. In der Trattoria Barbarossa gab’s ein währschaftes Mittagessen mit allem, was dazugehört und speditiv serviert (was – wie wir alle wissen – im ländlichen Teil des Piemonts gar nicht immer der Fall ist). Den Kaffee nahmen wir dann wieder in der Pasticceria Traverso ein. Dabei wurde rege die Gelegenheit zum Kauf der „besten weichen Amaretti des Piemonts“ benutzt – sie sind wirklich sehr, sehr gut, aber auch nicht gerade billig.

Gut genährt und gelaunt machten wir uns dann so um 15.00 wieder auf den Heimweg. Angesichts der Zahl der Teilnehmer (22) war genug Platz im Bus für ein Nickerchen…

Punkt 10.00 öffneten sich die Tore und die Führerin nahm uns in Empfang. Das Fort ist ein weitläufiger Komplex mit vielen Gebäuden im Innern, nur der kleinere Teil ist („aus Sicherheitsgründen“) zugänglich. Die Grundfesten sind in den Stein selber gebaut worden, man sieht die Sandsteinschichtungen, die in den Zwischenräumen vermauert wurden. Die Geschichte ist wie immer wechselvoll verlaufen: Das Fort wechselte von Genua zu Mailand, zurück zu Genua und kam schliesslich zu den Savoyern. Die heutige Gestalt erhielt es zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Interessant waren die Ausführungen über die Vorkehren gegen Artilleriegeschosse: man deckte bei einer Belagerung die Ziegel der einzelnen Gebäude ab, darunter waren dicke Erdschichten. Und falls es einem Feind gelingen sollte, in die Festung einzudringen, warf man u.a. flüssiges Blei aus einem Obergeschoss (das Blei konnte man dann im trockenen Zustand wieder einsammeln). Bleispuren gibt’s heute nicht mehr. Das Fort wurde Ende 19. Jahrhundert zum Zuchthaus umgenutzt. In den beiden Weltkriegen diente es als Konzentrationslager für Kriegsgefangene.

     

Der Geloso-Bus war wie immer komfortabel und pünktlich früh am Freitagmorgen in Cortemilia. Der Himmel zeigte ein frisches Grau – Regenwolken, doch Regen hat es auf der ganzen Tour keinen gegeben. Damit waren die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Ausflug nach der Festung von Gavi gegeben.

Doch gemach: vor der Besichigung des Forts tranken wir im Städtchen in der Pasticceria Traverso Kaffee – vom Capuccino zum caffè machiato, zur latte machiato und zum marocchino gab’s alle Variationen des braunen Getränkes, je nach Wunsch versüsst mit einem gefüllten Gipfel oder einem anderen Gebäck. Ein alter Schulbus diente als Shuttle und führte uns dann das steile Strässchen zum Fort.