Kulturexkursion um und in Santa Vittoria d’Alba vom 23. August 2013

Diese Exkursion war für unseren Schweizerverein eine Premiere. Zwar gab es schon lange den Wunsch nach einer Kulturveranstaltung. Aber im engeren Südpiemont gibt es zwar viele kulturelle Anlässe und Sehenswürdigkeiten. Doch sind das meist isolierte Ereignisse oder dann kleinere Köstlichkeiten – hier eine Kirche, dort ein Turm -, die verstreut liegen und bei denen eine gute Führung Glücksache ist.

Da sind unsere Circolo-Mitglieder Enrico und Yvonne in die Bresche gesprungen und haben in ihrer näheren Umgebung ein Super-Programm auf die Beine gestellt. Noch nie hat man in so kurzer Zeit so viel Kultur zu Gesicht bekommen.

Zuerst schlenderten wir unter Leitung einer lokalen Führerin durch Pollenzo und suchten in einem Keller die Spuren des einstigen Amphitheaters; dieses selber war schon vor langer Zeit eingestürzt und man sieht nichts mehr davon, ausser eben in den Kellern zweier Häuserreihen, die auf den Grundmauern des Amphitheaters errichten worden sind. Da hörte man auch so manche Geschichten, die sich um Gladiatoren und künstlichen Seeschlachten drehten. Weiter ging es dann zum riesigen Kirchplatz, um den der savoyische Königs Carlo Alberto in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein landwirtschaftliches Anwesen errichten liess. Beeindruckend die Weite der Anlagen, in denen heute eine gastronomische Universität zusammen mit der Slow-Food Bewegung beheimatet ist. 

 

 

 

     

Es war ein heisser Freitagnachmittag, wir waren froh, dass wir uns mit dem Auto ins nahe Santa Vittoria d’Alba verschieben und uns dort mit Mineralwasser erfrischen  konnten. Dort gab’s eine professionelle Führung durch die Gipsothek mit der Sammlung Chiesa, und zwar durch den Bildhauer Cioachino Chiesa selber. Plastisch erläuterte er den Werdegang einer Bronzeskulptur; seine Werke sind fast alle recht gegenständlich, auffällig sind die vielen sehr detailversessenen Portraits. In der Gipsothek sprach dann in anschaulichen Worten ein ehemaliger Carabinieri-General über den Botaniker Bertero, der in Santa Vittoria d’Alba aufwuchs und im 19. Jahrhundert in Südamerika abertausende in Europa noch nicht bekannte Pflanzen entdeckte. Abschliessen ging es dann in eine kleine Kirche, die von der Confraternità di San Franceso betreut wird. Hier waren die mittelalterlichen Fresken, welche den Leidensweg von Christus darstellen, zu bestaunen: unter kundigen Erläuterungen eines Mitglides des lokalen Kulturvereins Anforianus war dies ein weiteres Highlight des Nachmittags. Nochmals: besten Dank an Enrico und Yvonne für alles – der Aperitif war dann für die über 25 Teilnehmer noch das Pünktlein auf dem i.