Fast entsprach unser 1. Augustfeier 2013 einem Cliché: sehr heisses Wetter; Schweizer Fahnen noch und noch; Musik und gut gelaunte Teilnehmer.

Eher ungewöhnlich für uns war allerdings, dass die Feier in einer Stadt stattfand und nicht draussen in der Natur. Auch verzichteten wir auf Bier und Bratwurst. Nun, diese Schritte haben sich gelohnt. Dies zeigt sich schon an der Zahl der Teilnehmer – es waren an die 70.

     

Rückblick 1. Augustfeier 2013

 

 

 

Das Ristorante Moncalvo in Acqui Terme versteckt sich zwar hinter dem Dom in einer ehemaligen Abtei. Es verfügt aber nicht nur über zwei schicke Räume, sondern auch noch über einen langen Bogengang. Und der lag glücklicherweise voll im Schatten. Zudem bot er eine sehr gute Akustik für den Corale Valle Bormida. Dieser brillierte mit einem Liederstrauss, angefangen vom Amici miei, über das Quodlibet und dem Dorma Bain (mit dem sanft modulierten Solo von Peter) bis zum Krimanaltango; bei diesem Schlager spürte man förmlich die Spannung, die sich dann mit dem Schuss nullkommaplötzlich löste. Christine, die Dirigentin, hatte noch einen heiteren Text (eine Art moderne Mundart-Nationalhymne) zum Beatles-Song Obladi Oblada vorbereitet; zusätzlich zum Chor fiel dann sehr zaghaft der eine oder andere Gast mit ein und sang mit.

Fast andächtig lauschten wir der 1. Augustansprache des Bundespräsidenten Ueli Mauer zu. Er schlug gekonnt und prägnant einen Bogen von der Weltoffenheit der – so würde ich meinen: meisten – Schweizer zu ihren Wurzeln und damit zur Heimat, die man nicht verleugnen soll und zu der man immer zurückkehren kann. Wie immer bestand eine gewisse Unsicherheit beim Abspielen der Nationalhymne – soll man aufstehen / nicht aufstehen, mitsingen / nicht mitsingen… Zu patriotisch / zu wenig patriotisch? Der Schweizer liebt sein Land, aber auch das zeigt er meist ungern.

Das Essen gefiel grosso modo, das eine und andere war aber noch verbesserungsfähig. Ausgezeichnet fanden viele den Wein (vini da casa notabene!). Hervorragend war der Service – was angesichts der grossen Teilnehmerzahl so einfach nicht war. Liegt diese Professionalität an den städtischen Verhältnissen oder ist das Zeichen einer generellen Verbesserung diesbezüglich in unserer Gegend?

Last but not least: vor dem Dolce gab der in die Schweiz zurück gewanderte Josef sein Können zum Besten: auf der Gitarre sang er mit seiner voluminösen Bassstimme „Im tiefen Keller“ und „La ranz des vaches“. Doch waren bis dann an den meisten Tischen angeregte Gespräche in Gang gekommen, so dass nicht alle in den Genuss dieses erstklassigen Solos kommen konnten. Aber der 1. August ist ja ein Fest der Geselligkeit…